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Erdflöhe

Weißrübchen
Beiträge: 615
Registriert: Montag 3. Februar 2020, 21:48

Erdflöhe

#1

Beitrag von Weißrübchen »

Ich bin wirklich deprimiert. :cry:

Seit 2 Jahren habe ich massive Probleme mit Erdflöhen.

Letztes Jahr sind mir auch schon sämtliche Kohlsämlinge durchlöchert worden vom Raps-Erdfloh und abgestorben.
Und nachdem dieses Jahr mein liebevoll vorgezogener Blumenkohl, Brokkoli und Rettich wieder so aussieht, als würde er wegen den Erdflöhen absterben, ist das echt frustrierend.
Anfangs waren die Sämlinge und Pflanzen super. Aber als ich mir heute die Pflanzen angeschaut habe, fürchte ich, daß die doofen Käfer mich wieder um meine Pflanzen und meine Ernte bringen.
Feinmaschige Netze habe ich ja über den Kohlbeeten drübergespannt. Es ist mir ein Rätsel, wie die Käfer trotzdem da drankommen?

Und mit den Malven habe ich dasselbe Problem. Ich hatte dieses Jahr extra mal Gemüsemalven vorgezogen und gepflanzt.
Binnen kürzester Zeit waren die Blätter total durchlöchert und die Pflanzen sind abgestorben.
Dabei wollte ich die Blätter eigentlich selber essen! :rolleyes: Ich baue die ja nicht für die Käfer an!

Der Schädling hier ist auch ein Erdfloh, der Malven-Erdfloh. Hab gerade recherchiert. Der steht anscheinend sogar auf der Roten Liste als stark gefährdet. Na super! Meine einzige Stockrose haben die Malven-Erdflöhe auch gekillt.
Wenn sie sich nur auf meine Blühmalven konzentrieren würden, hätte ich ja nix dagegen. Aber meine Gemüsemalve sollen sie bitte in Ruhe lassen.
Was ich nicht verstehe: Warum bringen die sich eigentlich selbst um ihre Grundlage? Wenn sie die Pflanze so stark schädigen, daß sie absterben, kann sie nicht mehr Samen bilden und sich wieder aussäen.
Vielleicht ist das der Grund für die Rote Liste??? Zu verfressen die Käfer? Meine sämtlichen Malvenarten werden im Garten auf jeden Fall immer weniger von Jahr zu Jahr.

Habt Ihr ne Idee, was ich gegen die Erdflöhe machen kann? Hacken geht nicht, weil ich in den Kohlbeeten dieses Jahr mit meiner schwarzen Mulchfolie gearbeitet habe. Gelbtafeln?
In einem antiken Gartenbuch habe ich gelesen, daß man mit einem mit Leim bestrichenen Brett über die Beete gehen soll. Die Käfer hüpfen dann weg und bleiben kleben.

Rothild
Beiträge: 269
Registriert: Sonntag 23. Februar 2020, 15:39

Re: Erdflöhe

#2

Beitrag von Rothild »

Sascha von Self-bio hat kürzlich auch in einem Video davon berichtet, dass er große Probleme mit Erdflöhen hat und bisher noch keine Lösung gefunden hat, wie man ihnen beikommen kann. In machen Büchern liest man, dass man die Erde gut feucht halten soll. Aber bei dem Wetter ist das auch schlicht unmöglich.

Weißrübchen
Beiträge: 615
Registriert: Montag 3. Februar 2020, 21:48

Re: Erdflöhe

#3

Beitrag von Weißrübchen »

Ja, mit was Hellem mulchen soll auch helfen. Also Grasschnitt oder Stroh. Oder Mischkultur mit Spinat.
Aber dafür ist es schon zu spät für die Pflanzen.

Die Raps-Erdflöhe scheinen sich bei Hitze und Trockenheit wohl sehr wohl zu fühlen.

Oder ich muß nächstes Jahr wirklich ganz früh mit den Kohlgewächsen anfangen? Die Rettiche und Radieschen, die ich im März ausgesät hatte im Kastenbeet hatten nicht so arge Probleme.

Und mit den Malven-Erdflöhen scheinen die Pflanzen, die durch Selbstaussaat im Juli aufgegangen sind und jetzt gerade wachsen, besser damit zurecht zu kommen. Außerdem gieße ich die Malven im Moment kräftig mit.
Sonst gieße ich die Malven nie. Aber die Malven wachsen jetzt kräftig nach und der Befall mit den Malven-Erdflöhen ist nicht mehr so gravierend.

Interessant, daß dieses Jahr offensichtlich auch andere Menschen massive Probleme mit den Raps-Erdflöhen haben.

Rohana
Beiträge: 109
Registriert: Sonntag 23. Februar 2020, 12:45

Re: Erdflöhe

#4

Beitrag von Rohana »

Es ist ein gutes Erdfloh-Jahr. Ich werde mit Kohl generell einfach aufhören, hier überlebt nix weil es bei uns in zwei von drei Jahren "ein gutes Erdfloh-Jahr" hat :banghead: man muss sich ja nicht mehr quälen als nötig.

Rothild
Beiträge: 269
Registriert: Sonntag 23. Februar 2020, 15:39

Re: Erdflöhe

#5

Beitrag von Rothild »

Erdflöhe habe ich auch, aber glücklicherweise nicht ganz so stark. Dennoch wird der Kohl bei mir von einer ganzen Reihe Schädlingen angegriffen: Kohlfliege, Kohlherzdrehmücke, Kohlweißlinge, weiße Fliege und Schnecken. Vor allem mit den Schnecken hab ich enorme Probleme. Kaum eine andere Kultur wird von diesen Mistviechern so arg traktiert wie der Kohl. Ich finde, Kohl ist generell ein ziemliches Mimöschen im Garten.

hagazussa
Beiträge: 249
Registriert: Mittwoch 26. Februar 2020, 11:08

Re: Erdflöhe

#6

Beitrag von hagazussa »

Erdflöhe hatte ich letztes Jahr massiv, dieses Jahr nix. Wahrscheinlich war es zu lange zu kalt. Wobei ich festgestellt hatte, daß in den Kübel wo wirklich viel Mulch war, sich wenige getummelt hatten.
Kohl ist dieses Jahr der absolute Renner. Ich komm schon gar nimmer mit dem Essen hinterher. Der geht ab wie Schmidts Katze. Schecken muß ich allerdings herauspuhlen. Aber ich glaub so langsam habe ich alle. (Und da ich plont und doof bin habe ich im Wahn ein ganzes, ...eh so altes... Samenpackerl Palmkohl ausgesät. Und nun bin ich stolzer Besitzer von 50 Palmköhlchen...).

Weißrübchen
Beiträge: 615
Registriert: Montag 3. Februar 2020, 21:48

Re: Erdflöhe

#7

Beitrag von Weißrübchen »

Ich hatte schon einen gaaanz langen Text dazu geschrieben. Beim Absenden war ich aber unfreiwillig ausgeloggt und der ganze Text war flöten ... *brummel*

Also versuch ich's nochmal.

@hagazussa: Jaja, streue nur Salz auf unsere Wunden! :wink:

Ja, es könnte tatsächlich daran liegen, daß die letzten 2 Winter hier so mild waren?
Das Beet mit Roggenmehl überpudern soll helfen. Aber warum nur Roggen? Warum geht nicht irgendein Mehl? :shrug:

In einem alten Gartenbuch aus den 40er Jahren habe ich einen Hinweis auf eine Erdflohmaschine gefunden.
Meine Recherche hierzu hat u.a. diese Info ergeben:

Bouehe empfiehlt das Wundram’sclie Mittel (Begiessen
mit Wermuthwasser: ein Eimer kochendes Wasser, zwölf
Stunden mit einer Hand voll Wermuth stehen gelassen, und
einen Aufguss von Tabak: ein Eimer Wasser über l'/ 2 bis
2 Pfund Tabak), und versichert, dass der bittere Geschmack

203

des Wermuths die Erdflöhe vertreibe. Pflänzlinge taucht
man vor dem Pflanzen in den Absud. — Wie soll aber das
englische Pestreuen der Pflanzen mit Schwefelpulver die Käfer
födten?

Die Erdflohmaschinen dürften sich nie einer grösseren
Aufnahme erfreuen. Sie sind allzu umständlich und in vie¬
len Fällen nicht zu brauchen. Ihre Einrichtung besteht im
Wesentlichen aus einem Brett, überstrichen mit Theer, Sy-
rup u. dergl., welches quer über dem Felde hingezogen wird,
so dass die Erdflöhe, aufgescheucht durch die Annäherung
der Maschine oder der Reiser, welche die jungen Pflanzen
anstossen, aufspringen und in mehr oder weniger grosser
Menge auf der klebrigen Substanz hängen bleiben.

Weit zweckmässiger scheint mir das Abschöpfen der
Käfer und zugleich Larven mit einem grossen Schöpfer. (Siehe
oben Seite 50.)


Quelle: H. Nördlinger: DIE KLEINEN FEINDE DER LANDWIRTSCHAFT ODER ABHANDLUNG der in Feld, Garten und Haus schädlichen oder lästigen Kerfe, sonstigen Gliederthierchen, Würmer und Schnecken, mit besonderer Berücksichtigung ihrer natürlichen Feinde und der gegen sie anwendbaren SCHUTZMITTEL. Stuttgart: Cotta, 1855

Also ist die ominöse Maschine einfach nur ein klebriges Brett.

Wenn ich nicht letztens meinen Akkutischstaubsauger weggeworfen hätte, wäre das vielleicht noch eine Idee?
Mit dem Staubsauger drüber??? Oder mir nen Insektenkescher besorgen und damit über die Pflanzen drüber? Aber es ist wohl sowieso schon zu spät für meine Pflanzen fürchte ich.
Kohl kann ich komplett vergessen dieses Jahr. Doof!

Eine andere Quelle von 1895 schreibt: "Dagegen blieb ein mit Kaminruss ziemlich
dicht bestreutes Beet mit Rettigen von diesen kleinen Chrysomelinen
verschont".
Hmm, Kaminruss habe ich nicht so in den Riesenmengen für alle Kohlbeete. :-(

@Rothild: Ich pflanze alle größeren Kohlpflanzen in Schneckenringe und stecke dünne Gewindestangen in den Boden als Bögen für's Insektennetz. Das Netz befestige ich dann mit Wäscheklammern an den Bögen.
Das funktioniert gegen Kohlweißlinge und Kohlherzdrehmücke ganz gut.

Ich fürchte, die einzige Lösung für mich ist, den Kohl wirklich schon ganz früh im Jahr vorzuziehen und dann im Frühling schon in die Beete zu setzen. Eventuell mit Vlies oder Folientunnel. Und dann noch Sorten zu verwenden, die schnell wachsen.
Damit fallen aber etliche kulinarische Genüsse wie Grünkohl, Asia-Salate, Sprouting Brokkoli, Steckrüben, Rucola, Wilde Rauke und Herbstrettiche weg. :cry:

hagazussa
Beiträge: 249
Registriert: Mittwoch 26. Februar 2020, 11:08

Re: Erdflöhe

#8

Beitrag von hagazussa »

@Weißrübchen: Salz in Wunde reib ;) Ich hab vor zwei Wochen für den Winter Kohl ausgesät, allerdings ins Blumenkistel. Da die Erdflöhe Anfang September verschwinden sollten (es wird kühler hahahaha) könntest Du die dann beruhigt als Wintergrünzeugs aussetzen. Und ich hab wo gelesen, daß die Viecher Spinat nicht mögen. Nagel mich nicht drauf fest, hab ich nur gelesen.

Weißrübchen
Beiträge: 615
Registriert: Montag 3. Februar 2020, 21:48

Re: Erdflöhe

#9

Beitrag von Weißrübchen »

Ja, das mit Spinat als Unterpflanzung hatte ich auch gefunden. Wäre für nächstes Jahr einen Versuch wert.

Aber ich glaube, ich lasse es einfach mit Kohl. Vorgezogen hatte ich vor ein paar Wochen auch Grünkohl und Winterblumenkohl Purple Cape, der über Winter im Beet bleiben sollte und ab März Ernte bringt.
Aber die Sämlinge sind jetzt in der Hitze gestorben. Einzige Möglichkeit wäre, nochmal im kühlen Haus vorzuziehen.

Es ist echt deprimierend mit den doofen Erdflöhen. Ich hab mich so über meine Brunnenkresse gefreut, die ich aus Samen gezogen und weiter weg vom Garten vor der Haustür in einer Metallwanne hatte. Die war echt prachtvoll wuchernd.
Jetzt ist nur noch Vergilbtes, Durchlöchertes davon übrig.

Mein Problem ist auch, daß hier kilometerweit Winterraps angebaut wird. 200 m von meinem Haus entfernt gehen die Äcker los.
Und ich vermute, die Erdflöhe wandern nach der Rapsernte in meinen Garten ein.

So wie ich gerade Kartoffelkäfer an den Auberginen und Kartoffeln habe, weil die Kartoffeln meiner Nachbarn durch sind und nur noch bei mir grüne Pflanzen sind ...

Gänseblümchen
Beiträge: 142
Registriert: Dienstag 25. Februar 2020, 16:24

Re: Erdflöhe

#10

Beitrag von Gänseblümchen »

Willkommen im Club. Ich bin hier ja auch so ziemlich die Einzige, die gärtnert, um was zum Essen zu haben. Gefühlt alles wird dieses Jahr massiv angefressenoder so geschädigt, dass uns nur wenig bleibt. Wespen haben die kümmerliche Pflaumen und Nektarinenernte auf einige wenige erntereife Exemplare reduziert, jetzt werden alle Birnen angeknabbert so dass diese auch anfangen am Baum zu gammeln. Der Wein trägt überreichlich (vom Hagel verschont, da ich noch nicht geschnitten hatte) und da fürchte ich auch, dass sich da die Wespen tummeln werden. Übernetzen kann ich die leider nicht so wirklich. Kohl in sämtlichen Varianten ist auch völlig durchlöchert und angeknabbert. Manchmal wünsche ich mir so einen übernetzten Gartenkäfig für den kompletten Garten in einem Stück. Das doofe ist halt, dass die lieben kleinen Schädlinge jede noch so winzige offene Stelle finden und dann in die übernetzten Beete einbrechen. :banghead: Ich hab die Saison 2020 ehrlich gesagt schon abgeschrieben. Dieses Jahr ist einfach der Wurm (wahlweise Erdfloh, Schnecke.....) drin.

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